F R E I R Ä U M E S C H A F F E N & V E R T E I D I G E N ! | K E I N T A G O H N E !
Da wir im Autonomen Zentrum immer noch keinen sicheren Status haben – d.h. weder die Politiker_innen noch die Verantwortlichen der Sparkasse uns eine Verhandlungsgrundlage zugesichert haben, kann es jederzeit zu einer Räumung kommen. Und darauf bereiten wir uns vor. Wir lassen uns nicht zerschlagen. Wir werden garantiert nicht verstreut oder einsam in unseren stillen Kämmerlein dasitzen, denn eines ist klar: Nach dem Haus ist vor dem Haus. Der Kampf um ein autonomes Zentrum in Köln Kalk geht weiter!
1. WENN DAS AUTONOME ZENTRUM IN DER WIERSBERGSTR. 44 GERÄUMT WIRD, LADEN WIR AM TAG DER RÄUMUNG ZU EINEM OFFENEN TREFFEN.
Ab 18 Uhr gibt es die Möglichkeit im Naturfreundehaus in Kalk zusammen zu kommen, sich auszutauschen und mitzukriegen was geht. Bei gutem Wetter wird gegrillt: also steckt den Grill und die Tofuwürste in den Rucksack und kommt in die Kapellenstr. 9a (Haltestelle Kalk Kapelle). Im Naturfreundehaus sind am Tag der Räumung auch Leute aus der “out of action”-Gruppen ansprechbar.
2. WENN DAS AUTONOME ZENTRUM IN DER WIERSBERGSTR. 44 GERÄUMT WIRD, RUFEN WIR DAZU AUF, AM FOLGENDEN SAMSTAG KÖLN AN ZENTRALEN PUNKTEN DURCH STRAßENPARTYS LAHMZULEGEN.
Die erste Reclaim the Streets wird am darauf folgendenen Samstag nach der Räumung um 18 Uhr zwischen Rudolfplatz und Friesenplatz starten. Weitere RTS werden folgen. Ort und Zeit erfahrt ihr kurzfristig über diese Website oder über den Verteiler.
Bereitet euch vor, bastelt Soundsystems, bringt Musikinstrumente, Transparente, Feuertonnen, Sofas, Jonglagezeug, Grills, Hängematten, Essen & Trinken, Straßenverschönerungsmaterialien und was ihr sonst noch für eine gute Party braucht mit.
//Lasst uns nerven//Lasst uns viel Geld & Zeit kosten//Lasst uns öffentlichen Raum aneignen//Lasst uns staatliche Autorität in Frage stellen//Lasst uns viele verdammt gute Partys haben//Straßen zu Tanzflächen – Die Stadt gehört uns//
3. WENN DAS AUTONOME ZENTRUM IN DER WIERSBERGSTR. 44 GERÄUMT WIRD, RUFEN WIR AM FOLGENDEN SAMSTAG ZUR DEMO “FÜR EIN AUTONOMES ZENTRUM – ALLES MUSS MAN SELBER MACHEN” AUF
Vor der Reclaim the Streets wird es am Samstag nach der Räumung eine Demo geben. Treffpunkt ist Samstag nach Tag X, 15 Uhr, Domplatte Köln.
Seit mehreren Wochen besteht ein Autonome Zentrum in Köln-Kalk. In dieser Zeit haben mehrere tausende Besucher_innen in über 180 Veranstaltungen diesen besonderen Ort genutzt und selbst mitgestaltet. Das erste rechtsrheinische Kino wurde gegründet, in zahlreichen Workshops wurden Fähigkeiten weitergegeben, die wöchentliche Arbeitslosenberatung half vielen Menschen bei Problemen mit der ARGE, dutzende Konzerte verschafften lokalen Bands endlich kostenlose Auftrittsmöglichkeiten, Ausstellungen fanden ihr Publikum, politische Gruppen nutzten das Haus für ihre Arbeit – alles selbstverwaltet und unkommerziell, ohne
einen Cent von der Stadt. Die Idee eines Ortes, an dem Menschen unabhängig von ihrem Geldbeutel Kultur genießen und schaffen können, ist angekommen.
Die besetzte ehemalige KHD-Kantine wurde jahrelang von der Stadtsparkasse leer stehen gelassen und dem Verfall Preis gegeben. Ohne die Besetzung wäre weitere Jahre ohne Nutzung Folge gewesen. Die Besetzer_innen suchten von Beginn der Betzung an das Gespräche mit der Politik. In zahlreichen Unterredungen wurde nicht nur die Idee eines Autonomen Zentrum dargelegt, sondern mit Nutzung- und Finanzierungskonzept der Weg frei gemacht für einen dringend benötigtes kulturelles Zentrum im rechtsrheinischen Köln.
Der Oberbrügermeister Roters und die Stadtsparkasse Köln haben sich gegen eine sinnvolle Nutzung der Wiesbergstr. 44 ausgesprochen. Unter fadenscheinigen Vorwänden und mittels Fehlinformierung der Öffentlichkeit soll das Autonome Zentrum geräumt werden und die ehemalige Kantine abgerissen werden, ohne dass Pläne für eine Nutzung des Geländes bestehen. Wie schon beim Barmer Viertel in Deutz wird der nächste “teuerste Parkplatz Deutschlands” vorbereitet.
Wir, Freundinnen und Freunde des Autonomen Zentrum, Linke, GewerkschafterInnen und Kalker BürgerInnen rufen auf, am Samstag nach der Räumung des Autonomen Zentrum zur Demonstration: “Für ein autonomes Zentrum! – Alles muss man selber machen!”. Die Häuser können geräumt werden, das Gebäude einem Parkplatz weichen, die Idee eines selbstbestimmeten Leben und einer selbstorganisierten Kultur kann jedoch nicht abgerissen werden.
4. WENN DAS AUTONOME ZENTRUM IN DER WIERSBERGSTR. 44 GERÄUMT WIRD, LADEN WIR AM FOLGENDEN SONNTAG ZU EINEM TREFFEN “WIE WEITER?” EIN.
Im Naturfreundehaus (Kapellenstr. 9a) um 14 Uhr laden wir zu einem offenen Treffen ein, um gemeinsam zu überlegen, wie es weitergehen soll, um gemeinsam Pläne zu schmieden und um Strategien auszuhecken.

